Bürgerversammlung am 10. Juli 2014

Am 10. Juli 2014 fand im Gemeindehaus eine Bürgerversammlung statt. Bürgermeister Daniel Kohl informierte ausführlich über aktuelle Themen der Gemeinde.

Rund 160 interessierte Bürgerinnen und Bürger konnte Bürgermeister Daniel Kohl am 10. Juli 2014 zu seiner ersten Bürgerversammlung in Gammelshausen im Gemeindehaus begrüßen, der sehr erfreut über die hohe Resonanz mit einem kommunalen Jahresrückblick seit seinem Amtsantritt am 01.06.2013 den Informationsabend eröffnete. Darin ging Kohl unter anderem auch auf die finanzielle Situation der Gemeinde Gammelshausen ein, deren Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahreswechsel bei 569 Euro und damit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liege.

FRIEDHOF-ERWEITERUNG

Beim Themenblock "West-Erweiterung des Friedhofs: Sachstand und weiteres Vorgehen" erläuterte Kohl eindrücklich, weshalb eine Erweiterung überhaupt notwendig werde und ging auf die bis heute gefassten Beschlüsse ein. Auch begründete der Bürgermeister seinen damaligen Vorschlag an den Gemeinderat, die einstige "große Erweiterung" in eine abschnittsweise Ausführung zu ändern und stellte diese Pläne nochmals ausführlich vor. Der finanziell zu stemmende Gemeindeanteil kann nun um ein Vielfaches minimiert werden, auf die Aufnahme eines Kredits kann dabei verzichtet werden und zudem könne man die möglichen Veränderungen in der Grabkultur beobachten und darauf entsprechend reagieren.

In Bezug auf mögliche neue Grabformen, die auch in Gammelshausen Einzug halten sollen, lud der Bürgermeister zu einer regen Diskussion ein und zeigte Beispiele aus Nachbargemeinden, deren Friedhöfe er gemeinsam mit dem Gemeinderat bereist hatte. Viele der anwesenden Bürgerinnen und Bürger sprachen sich für sogenannte Urnengrabfelder mit einer gemeinsamen Stele aus. Aber auch das gezeigte Beispiel einer Urnenwand fand unter den Anwesenden großen Gefallen. Derzeit laufe das Genehmigungsverfahren für die westliche Erweiterungsfläche.


VERKEHRSSITUATION

Mit dem Themenbereich "Verkehrssituation in Gammelshausen" sprach Kohl vielen Anwesenden und Anwohnern der gesamten Hauptstraße, die auch Landesstraße ist, aus der Seele. Zusammen mit dem Gemeinderat und dem Planungsbüro "mquadrat" aus Bad Boll wurde als erste Maßnahme ein Provisorium auf den Weg gebracht, das im Einmündungsbereich der Fuchseckstraße schon in wenigen Tagen installiert werden soll. Dabei handelt es sich um eine Einengung der Hauptstraße in Form einer Grünfläche. Zudem soll eine Mittelmarkierung auf den Straßenbelag aufgebracht werden. Anders könne man sich vorstellen, den Verkehr auf Höhe des Friedhofs zu verlangsamen - beispielsweise mithilfe einer Fahrbahnverschwenkung, wie sie zum Beispiel in Hattenhofen zu sehen sei. Eine der insgesamt vier Varianten, die der Bürgermeister vorgestellt hatte, gefiel den Anwesenden besonders.

Weiter informierte Kohl die Bürgerschaft über diverse Anträge der Verwaltung für die große und kleine Verkehrsschau. Dabei wurde aus den Zuhörerreihen unter anderem bemerkt, dass die Situation am Fußgängerüberweg auf Höhe "Im Hofacker" alles andere als zufriedenstellend sei. Das Überqueren sei oftmals mit großen Ängsten verbunden, da schnelle Autofahrer meist nicht anhalten würden. Viele Eltern würden ihre Kinder daher nicht alleine über die Straße gehen lassen. Bürgermeister Kohl sagte zu, den Vorschlag, hier eine Ampel installieren zu lassen, schnellstmöglich zu prüfen.

DORFENTWICKLUNG

Zur "künftigen Dorfentwicklung" unterstrich Kohl das Bestreben von Verwaltung und Gemeinderat, Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu betreiben. Das Schließen von Baulücken sowie die Sanierung alter Gebäude seien wichtige Schritte zu einem weiterhin lebendigen Ort und merkte an, dass das Sanierungsprogramm "Ortskern" in Gammelshausen Halbzeit hätte. Noch knapp vier Jahre gebe es dieses Programm, das nach wie vor gut angenommen werde. Derzeit laufe eine städtebauliche Untersuchung von Siedlungserweiterungs- und Arrondierungsflächen in Gammelshausen. Diese werde Aufschluss darüber geben, wie der Ort sich gut und stetig weiterentwickeln könne. Der "ländliche" Wohnungsbau sei Kohl ein Herzensanliegen - zu oft erreichten ihn Anfragen vieler junger Familien oder älterer Paare für Miet- oder Eigentumswohnungen in Gammelshausen.

Dass neben einer guten baulichen Dorfentwicklung aber auch eine intakte Infrastruktur gehöre, machte der Bürgermeister im Hinblick auf die Schließung der Metzgerei "Wörner" vor über zwei Jahren und die Aufgabe des Dorfgasthauses "Ochsen" vor wenigen Wochen deutlich - diese Entwicklung sei für ihn nicht zufriedenstellend. Über die Fleischerinnung versuche er seit einiger Zeit an geeignete Nachfolger der Metzgerei zu gelangen - ob in den bestehenden Räumlichkeiten oder in einem Neubau. Außerdem habe er bereits mehrere Gespräche mit möglichen Nachfolgern des Gasthauses "Ochsen" geführt. Es sei nicht wichtig, dass es "schnell" gehe, sondern vielmehr müsse es eine beständige und gute Nachfolge sein.


SENIOREN-/GENERATIONEN-WOHNEN

Mit dem Projekt "Senioren-/Generationenwohnen" wolle Gammelshausen eine besondere Entwicklungsform bieten und die Bürgerschaft bereits heute mit einbinden. Fast ein Viertel der über 65jährigen Menschen lebe allein. Dies sei für die Betroffenen eine nicht zufriedenstellende Situation. Oftmals aber fehle es an geeigneten Wohnräumen und -formen. Kohl berichtete von entsprechenden Erfahrungen und Gesprächen aus Gammelshausen und zeigte einen echten Bedarf auf. Die Heimat für eine Wohnung in einem anderen Ort zu verlassen sei für viele ein Schritt, den sie gehen müssten, nicht aber unbedingt wollten. Für den Gemeinderat sei es von großer Bedeutung, so Kohl, das für Gammelshausen geeignetste und beste Projekt zu finden. Noch in diesem Jahr könnten Bürgerwerkstätten eingerichtet werden, die gemeinschaftlich an einem Generationenhaus arbeiten, nachdem der tatsächliche Bedarf ermittelt werde. Ein spannendes Thema, dem demografischen Wandel vorzubeugen, für das es sich zu arbeiten lohne.

Fragen und Anregungen wurden an den Bürgermeister abschließend gestellt, bevor dieser nach über zwei Stunden Informationen und regem Austausch die Bürgerversammlung schloss.

LESEN SIE HIERZU AUCH DEN NWZ-BEITRAG VOM 14. JULI 2014: "GAMMELSHÄUSER WOLLEN RASER BREMSEN" >>



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